To the memory of Jeanne-Claude

„Christo und Jeanne-Claude“ ist der offizielle Name des Künstler*innen-Duos seit 1994. Dennoch werden sie weiterhin oftmals lediglich “Christo” genannt. Diese Art, Sätze zu formulieren, wo Jeanne-Claude wortwörtlich verschwindet, ist sehr aufschlussreich. Kurator*innen haben die Verantwortung und die Herausforderung, die patriarchale Darstellung von Christo und Jeanne-Claudes Kunst zu dekonstruieren.

Silikon im Kühlschrank: Writing (Post) Illness

Die ästhetische Aneignung von Brustkrebs in der Tradition von Dorothea Lynch und anderen „Politicized Patients“ der 1970er und 1980er kann es nur als wilde, prismatische Brechung der absurden Bilder geben, die auf Betroffene projiziert werden. Der Blick in den Kühlschrank zählt dazu.

Hans Krüsi, a Soundtrack

In John Cages und in Hans Krüsis Werken begegnen sich Töne diverser Herkunft. Frösche, Schweine, Insekten und Züge begegnen Sänger*innen, menschlichem Lachen, Radiosendungen und allen möglichen Arten von unerkennbarem Quietschen. Sie begegnen sich, weil sie alle auf die gleiche Ebene gestellt werden. Die Hierarchie der Geräusche ist hier definitiv abgeschafft.

„Kunstweh“

Warum vermisse ich die Kunst so sehr? Mir fehlt die Präsenz von Werken. (…) Der direkte Kontakt mit dem Werk ist schlicht für mich eine andere Erfahrung. Seine physische Präsenz spricht meine Sensibilität an, weckt meine Emotionen und unterscheidet jede Ausstellung damit grundlegend von jeder virtuellen Darstellung.

The Time We Killed: Ästhetiken des Zuhausebleibens

Wir bleiben zuhause. Das klingt nach Einheit, nach Gemeinschaft, nach einer geteilten Erfahrung, selbst wenn Millionen Menschen sie alleine machen. Aber obwohl diese vielen Einsiedler*innen scheinbar alle das Gleiche tun, zerfällt der allgemeine Rückzug in Millionen verschiedener Erfahrungen, denn das eine Zuhausebleiben gibt es nicht.

Reflection on Identity: Iranian Artists at the Pergamon Museum

Curators create a dialogue between the recent history of the 20th century and the ancient history of Islamic civilisations, in which Iranian heritage belongs. Like the museum, by collecting and presenting objects, the artists preserve the memory and the heritage of Iran through their works. Heritage is essential to a society, a nation, a country and an individual to create his identity. The photographs are questioning this notion of identity: the search and the lost, the present and the past.

Anton Roland Laub, ein Berliner Fotograf in Arles

Die Stadt erstrahlt und ihre Besucher auch. An jeder Straßenecke, in Cafés, unter der prallen Sonne flüstern die Menschen, unterhalten sich oder wärmen sich auf. Ein Wort taucht immer wieder auf: „Les Rencontres“. Anfang Juli hat das Festival gerade erst begonnen. Die Stadt flüstert vor dem Rauschen ihrer unzähligen Besucher, ob treu oder neu, ob Profi oder Amateur.

Jonathan Monk: Künstler oder Kurator?

In der Ferne ragt am Himmel über der Baulinie der Fernsehturm heraus. Ich bin immer noch in Berlin, im KINDL. Ich werde mich jedoch fast fragen, inwieweit der Künstler mit dem Raum gespielt hat. Die großen Fenster bieten einen weiten Blick auf die Stadt und erwecken fast den Eindruck, dass es sich bei diesem Blick um ein in die Ausstellung integriertes Farbfoto handelt. Ist das Ziel des Künstlers: den Besucher zu verlieren? Ihn zu desorientieren?

Torben Jost: Exotic Exploration

Im Publikum etwas Lachen und Lächeln. Humor? Hindernis? Langeweile? Es ist fast wie Situationskomik. Angesichts der Konzentration des Künstlers, der nicht schwächt, werden wir schwächer. Wir lassen uns von unseren Emotionen überwältigen.

„As We Used To Float“ Julian Charrière

In dem Rundgang, den ich hiermit noch einmal durchlaufe, ist jedes Element doppelseitig. Jede Landschaft und jeder Bestandteil der Landschaft enthält ein unbeschreibliches und unscharfes Rätsel. Das Rätsel hat mit einer Art Zwiespältigkeit zu tun. Oder vielmehr mit einer Ambivalenz. Jedes Objekt hat eine doppelte Identität und verrät auch nichts anderes als diese Duplizität, ohne sie weiter zu erläutern.